Drucken

Stressabbau

Schriftgröße:

Psychosozialer Stress

Stress wird immer wieder mit der Entstehung der Atherosklerose in Verbindung gebracht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben sich hauptsächlich mit Stress und der Herzinfarktgefahr beschäftigt.

Charakterristika der Typ-A-Persönlicheit.

  • ehrgeizige, kompetitive, ungeduldige Patienten mit ungewöhnlichem Wettbewerbssinn
  • Neigung zur Feindsehnlichkeit und Aggressivität auch gegen andere
  • Konkurrenzsituationen
  • Bedarf an Anerkennung und Beförderung
  • zeitintensives Beschäftigtsein
  • zielorientierte Besessenheit
  • intensive und gebündelte Konzentration

In großen Studien hatten Typ-A-Persönlichkeiten eine doppelt so hohe Infarktrate, als die mit Typ-B.
Die Typ-A-Persönlichkeit ist in allen Gesellschaftsschichten vertreten. Die Zugehörigkeit zu diesem Typus hängt nicht vom Beruf und nicht von der sozioökonomischen Stellung ab.

Andererseits haben ebenfalls große Langzeitstudien gezeigt, dass Typ-A-Persönlichkeiten einen deutlichen Überlebensvorteil haben. Andere Studien wiederum konnten keinen Zusammenhang zwischen Herzinfarkten und Persönlichkeitsstruktur nachweisen. Eine große finnische Studie hat gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Familienstand und dem Herzinfarkt gibt. Geschiedene Männer hatten hier, im Vergleich zu (glücklich) verheirateten Männern, ein zweifach erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Ein erhöhtes Infarktrisiko wurde auch bei Personen beobachtet, deren Ehepartner vor kurzem gestorben ist.

Einen besonders interessanten Befund ergab die Fraimingham-Studie, die ein erhöhtes Herzinfarktrisiko bei Männern aufzeigte, deren Frauen einen höheren Schulabschluss, als sie selbst hatten.

Was ist Stress?

Bereits Hippokrates verstand unter Gesundheit einen Zustand der Harmonie. Stress wurde als Bedrohung, die bedrohenden Kräfte wurden als Stressoren definiert. Heute wird Stress üblicherweise als psychoemotionale oder körperliche Belastung angesehen.

Wie reagiert der Körper auf Stress?

Stress führt zu einer Aktivierung der Katecholamine (sog. Stresshormone). Akuter Stress, z.B. einen Absprung mit einem Fallschirm führt zu einer Verdoppelung der Herzfrequenz und zum sofortigen Anstieg des Adrenalinspiegels im Blut um ca. 800%. Auch die Kortisonkonzentration im Blut steigt stark an. Auch bei maximaler körperlicher Belastung steigen die Adrenalin und Noradrenalinkonzentrationen um nahezu 800 % an. Es wird heute nicht mehr bezweifelt, dass akute Stresssituationen zu einem Aufbrechen arteriosklerotischer Beete und konsekutiv zu einem Gerinnsel in den Herzkranzgefäßen führen können, was zu einem Herzinfarkt führt. In Stresssituationen steigt nicht nur die Herzfrequenz sondern auch der Blutdruck deutlich an. Heute ist ein Zusammenhang zwischen Stress und Arteriosklerose als sehr wahrscheinlich anzunehmen.

Es wird heute auch nicht mehr bezweifelt, dass emotionaler Stress ein wichtiger Mechanismus für akute Herzinfarkte darstellt. So war beispielsweise im Zeitraum eines Erdbebens in Japan mit 6.000 Toten im selben Zeitraum die Zahl der Patienten mit akutem Herzinfarkt 6mal so hoch wie in einem Vergleichszeitraum. Auch bei einem Erdbeben in Kalifornien stieg die Herzinfarktrate auf das 5-fache an. Der Golfkrieg erhöhte die Rate der Herzinfarkte in Israel um einen Faktor 3 in den ersten Kriegstagen.

Auch unter körperlicher Belastung (während oder kurz nach körperlicher Anstrengung) ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Herzinfarktes bzw. eines plötzlichen Herztodes erhöht. Das Risiko, bei starker körperliche Belastung einen Herzinfarkt zu erleiden, hängt aber sehr vom Trainingszustand ab. Wenn jemand völlig untrainiert ist, und sich sehr stark körperlich anstrengt, erhöht dies das Herzinfarktrisiko um den Faktor 100. Bei einem 1 bis 2maligen Training pro Woche beträgt das relative Herzinfarktrisiko dagegen nur um den Faktor 19.

Einige Tipps zum Stressabbau

  • Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung. Wichtig sind Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.
  • Essen Sie niemals unkontrolliert, fressen Sie den Ärger nicht in Sie hinein.
  • Entwickeln Sie Ihre eigenen Strategien zur Stressbewältigung Pausen sind ein gutes Mittel gegen Stress.
  • Machen Sie regelmäßig einen Abendspaziergang.
  • Machen Sie einmal im Jahr drei Wochen lang an einem Stück Urlaub.
  • Gegen Stress bitte keinen Freizeitstress.