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Bewegung

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Idealsportart ist Wandern

In der Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Patienten stellt sich immer wieder die Frage, ob und welche sportlichen Aktivitäten empfohlen werden können. Es ist gar nicht so lange her, dass Patienten mit Symptomen einer Herzerkrankung eine weitgehende körperliche Schonung verordnet wurde.

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass dies weder notwendig noch richtig ist. Und selbst bei Patienten mit ausgeprägter Herzleistungsschwäche ist heute ein adäquates Trainingsprogramm möglich. Natürlich sollte die individuelle Belastbarkeit ausgelotet werden. Es gibt erste Studien, die bei Herzinsuffizienz zeigen, dass sowohl die Erkrankung, als auch die Sterblichkeitsrate durch ein angepasstes und kontrolliertes Training günstig beeinflusst werden kann. Auch die Mechanismen sind dafür schon weitgehend klar. Viele Herz-Kreislauf-Patienten haben eine vermehrte Aktivität des sympathischen Nervensystems in Ruhe und unter Belastung. Nur so gelingt es unter nicht-trainierten Bedingungen, die eingeschränkte Förderleistung des Herzens zu kompensieren. Training senkt die Herzfrequenz und damit das Risiko für potenziell gefährliche Herzrhythmusstörungen. Ärzte des Universitätsklinikums in Freiburg haben jetzt zeigen können, dass das Wandern eine ideale Sportart für Herzpatienten ist. Die kontinuierliche mäßige körperliche Belastung führt zu einer verbesserten Energieversorgung der Skelettmuskulatur und die Elastizität der Blutgefäße wird ebenfalls günstig beeinflusst. Die Folge ist ein Blutdruckabfall und auch eine Senkung der Herzfrequenz - sowohl in Ruhe als auch unter Belastung. Günstige Effekte auf die Atemmechanik sowie auf die Risikofaktoren der Herz-Kreislauferkrankungen konnten eindeutig nachgewiesen werden.

Lebenserwartung und Lebensqualität

Können Überlastungen verhindert werden, ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei Herz-Patienten als eindeutig günstig zu bewerten.

Bevor die Patienten Empfehlungen zum Training bekommen werden sie auf einem Fahrradergometer belastet. Es soll dabei die symptomfreie Belastbarkeit ermittelt werden. Wenn diese Untersuchung entsprechend günstig ausfällt, kann Bergwandern in mittleren Höhenlagen empfohlen werden.

Biostatistische Untersuchungen haben gezeigt, dass ein regelmäßiger Verbrauch von mindestens 2.000 kcal wöchentlich zusätzlich, die Lebenserwartung um 1 1/2 Jahre verlängern kann. Fast genauso wie die körperlichen Effekte sind die psychischen Effekte beim betroffenen Patienten. Regelmäßiger Sport in der Freizeit und insbesondere Wandern steigert die Selbständigkeit und fördert die sozialen Aktivitäten. Dies erhöht die Lebensqualität der Patienten.